Prüfmerkmale in der Drehteil-Zeichnung kennzeichnen
Welche Merkmale sollen später geprüft werden? So nummerieren und kennzeichnen Sie Prüfmerkmale, damit der Prüfumfang vor Auftragsbeginn besprochen werden kann.
Was ein Prüfmerkmal ist
Ein Prüfmerkmal ist ein Merkmal der Zeichnung, dessen Einhaltung später nachgewiesen werden soll. Nicht jedes Maß ist eines. Eine Zeichnung enthält viele Maße, damit das Teil überhaupt eindeutig beschrieben ist; wichtig für die Funktion sind meist nur wenige: Sitze, Dichtflächen, Anschläge, Gewinde. Diese wenigen sind die Kandidaten.
Wer alles zum Prüfmerkmal erklärt, erklärt nichts. Wer dagegen nichts kennzeichnet, überlässt dem Anbieter die Frage, was wichtig ist, und bekommt sie ihm als Rückfrage zurück. Die Kennzeichnung macht aus einer stillen Erwartung eine Angabe, über die man reden kann. Sie ist außerdem die kürzeste Antwort auf die Frage, worauf es Ihnen bei diesem Teil ankommt.
Welche Merkmale es werden, folgt aus der Funktion der Flächen. Das Ergebnis des Genauigkeits-Ermittlers ist dafür eine brauchbare Vorlage: Die Flächen mit festzulegenden Angaben sind die natürlichen Merkmale.
- Funktionsmerkmale kennzeichnen, nicht jedes Maß
- jedes Merkmal bekommt eine eigene Nummer
- die Nummernliste gehört in die Anfrage
- Nachweise nennen, sobald sie feststehen
Merkmale nummerieren: Positionsnummern in der Zeichnung
Eine Nummer am Merkmal, eine Liste in der Anfrage.
Das Nummerieren ist unkompliziert: Sie setzen an jedes Funktionsmerkmal eine Positionsnummer in einem Kreis, mit einer Hinweislinie auf das Maß oder die Angabe. Die Nummern laufen fortlaufend; die Reihenfolge sollte der Funktion folgen, etwa von der Lagerstelle zur Dichtfläche. Bleibt die Zeichnung später in einer neuen Fassung bestehen, behalten die Merkmale ihre Nummern.
Eine brauchbare Ordnung folgt dem Teil von einem Ende zum anderen: Merkmal 1 liegt am Anfang der Zeichnung, das letzte am gegenüberliegenden Ende. Wer das Teil so abliest, findet jede Nummer ohne Suchen wieder. Ergänzen Sie spätere Merkmale am Ende der Liste, statt bestehende Nummern zu verschieben; Verweise in Gesprächen und Mails bleiben dann gültig.
In der Anfrage steht dazu eine kurze Liste: Nummer, Bezeichnung des Merkmals, Art der Angabe. Mit ihr lässt sich über jedes Merkmal einzeln sprechen, ohne die Zeichnung Zeile für Zeile durchzugehen. Die Maßeintragung selbst regelt ISO 129-1; wie Merkmale zu nummerieren sind, ist dagegen keine Normfrage, sondern eine Absprache zwischen Ihnen und dem Anbieter.
Prüfumfang und Nachweise vorab besprechen
Was später belegt werden soll, gehört vor den Auftrag.
Den Prüfumfang legen wir vor Fertigungsbeginn mit Ihnen fest. Welche Merkmale Sie geprüft haben möchten und welchen Nachweis Sie dazu erwarten, lässt sich nicht aus der Zeichnung allein ablesen, deshalb gehört es in das Gespräch vor dem Auftrag und nicht in die Zeit danach.
Diese Seite sagt nichts darüber, welche Nachweise zu einer Lieferung gehören. Sie beschreibt, wie Sie Ihre Merkmale in der Zeichnung so kennzeichnen, dass das Gespräch darüber kurz bleibt. Nennen Sie in der Anfrage, was Sie brauchen; was davon möglich ist und in welcher Form, besprechen wir mit Ihnen, bevor der Auftrag beginnt.
Die Merkmalsliste für die Anfrage
Vier Spalten genügen, drei davon füllen Sie aus der Zeichnung.
| Nummer | Merkmal | Art der Angabe | Nachweis gewünscht |
|---|---|---|---|
| 1 | Lagersitz links | Maß/Passung, Form, Lage, Oberfläche | ja, nein oder offen |
| 2 | Anschlag an der Schulter | Lage zur Achse | ja, nein oder offen |
| 3 | Dichtfläche | nach Katalog der Dichtung | ja, nein oder offen |
Die Liste ist eine Hilfe für Ihre Anfrage und keine Zusage zu Prüfung oder Nachweis. Die letzte Spalte ist das, was sie von der Zeichnung unterscheidet. „Offen“ ist eine zulässige Antwort: Sie sagt dem Anbieter, dass Sie den Nachweis noch klären, und verhindert, dass er aus Schweigen etwas schließt.
Fällt ein Merkmal bei der Überarbeitung weg, weil die Angabe sich als überflüssig erwiesen hat, streichen Sie auch seine Nummer aus der Liste. Eine Liste, die mit der Zeichnung nicht übereinstimmt, erzeugt genau die Rückfragen, die sie vermeiden soll.
Beispiel: Welle mit sechs Prüfmerkmalen
Die Merkmale stammen aus den Funktionsflächen der Welle.
- Merkmal 1 und 5 sind die beiden Lagersitze; sie tragen die meisten Angaben.
- Merkmal 2 und 4 sind Anschläge. Festgelegt wird ihre Lage zur Achse.
- Merkmal 3 ist die Dichtfläche mit ihren Angaben aus dem Katalog der Dichtung.
- Merkmal 6 ist die Zentrierung an der Stirnseite.
Die Liste der sechs Nummern steht in der Anfrage. Alle übrigen Maße der Welle bleiben ohne Kennzeichnung und werden nicht zu Prüfmerkmalen erklärt.
Häufige Fragen
Die Funktionsmerkmale: Sitze, Dichtflächen, Anschläge. Nummerieren Sie sie in der Zeichnung; den Prüfumfang legen wir vor Fertigungsbeginn mit Ihnen fest.
Es hilft, aber der Umfang wird vor Auftragsbeginn besprochen. Welche Nachweise Sie brauchen, nennen Sie bitte so früh wie möglich.
Verfasst von der Evotec GmbH, Arnsberg · Stand 03.10.2026
Angaben begründet? Dann kann die Anfrage raus.
Legen Sie der Anfrage die Unterlagen zum Teil bei, wenn möglich mit dem Ergebnis des Ermittlers. Offene Punkte klären wir mit Ihnen, bevor ein Angebot hinausgeht.